Dein ultimativer Leitfaden für das EOSIO Ökosystem

EOSIO ist eine der innovativsten Blockchain Technologien unserer Zeit und führend in Skalierbarkeit und Schnelligkeit.

Die Technologie wird konstant von einer globalen Gemeinschaft weiterentwickelt und kann für Einsteiger recht komplex wirken.

Folgend sind die einzelnen Komponenten des Ökosystems ausführlich erklärt und über die Menüleiste kannst du dich durch EOSIO klicken.

Viel Spaß!

1.1. Die Software

EOSIO ist ein Open Source Blockchain Protokoll, wobei die Blockchain als Basis Layer dient und es ermöglicht dezentralisierte Applikationen in Form von Smart Contracts auf dem zweiten Layer zu programmieren. EOSIO Smart Contracts werden in der Programmiersprache C++ geschrieben.

1.2. Block One

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Block One ist der Herausgeber von der Open Source Software EOSIO. Nach einer einjährigen ICO durch die Block.one ca. 4 Milliarden USD eingesammelt hat, wurde die EOSIO Software als Grundlage für die EOS Blockchain von Block.One an die Community von Block Produzenten zum Launch des dezentralen EOS Netzwerks abgegeben. Seitdem arbeitet eine Gruppe von über 100 Blockproduzenten zusammen daran, die EOS Blockchain zu betreiben und sicher zu machen. Block.One konzentriert sich auf die weitere Entwicklung des EOSIO Basis Codes, auf die Entwicklung von EOSIO Anwendungen und leitet verschiedene Bildungsinitiativen wie z.B. die EOSIO Global Hackathon Series. Block.one besitzt 10% aller EOS Tokens (100 Millionen) als Anreiz weiterhin an EOSIO zu arbeiten.

Diese Token wurden für zehn Jahre gesperrt, wobei jährlich wird jeweils 1% freigegeben wird.

Es ist wichtig zu verstehen, dass EOSIO an sich keinen Eigentümer hat.

1.2.1. Das Team

Dan Larimer (CTO) und Brendan Blumer (CEO) sind wohl die bekanntesten Personen des Block.one Teams.
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Dan Larimer

Dan Larimer, Programmierer schon von Kindheit an, erkannte  sehr früh das Bitcoin nicht dazu fähig ist genügend Transaktionen zu verarbeiten, um wirklich von einer breiten Masse genutzt werden zu können. Diese Bedenken äusserte er mehrfach gegenüber Satoshi Nakamoto im Bitcointalk Forum.

Daraufhin entwickelte er ein alternatives Consensus Modell names DPOS, was heute neben EOS auch von anderen Projekten wie u.a. TRON, Tezos, Nano, Lisk, und Icon (ICX) genutzt wird.

In 2014 schuf er sein erstes Projekt Bitshares, die erste DeFi Plattform der Welt, und 2016 kreierte er mit Steem, das erste soziale Netzwerk auf einer Blockchain.

Beide Projekte gehören noch heute zu den meistbenutzten Blockchains und dank der zugrundeliegenden Graphene Technologie, eine weitere Erfindung von Dan Larimer, gehören sie zu den schnellsten Blockchains unserer Zeit.

Nachdem Steem und Bitshares sich spezifischen Anwendungsgebieten widmeten, entschied Larimer mit EOSIO ein Software Protocol zu schaffen, das als Grundlage für ein ganzes Blockchain Ökosystem dienen kann. Durch die Flexibilität von EOSIO kann es für eine Vielzahl verschiedener Anwendungsgebiete eingesetzt werden.

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Brendan Blumer

Brendan Blumer begann seine Karriere als Entrepreneur schon im Alter von 15 Jahren, indem er die Handelsplattform GameCliff für den Kauf und Verkauf von digitalen Assets, die in Computer Spielen benutzt werden, gründete.

Im Jahr 2005 wurde Blumer’s Gamecliff von IGE – Internet Gaming Entertainment (mittlerweile IMI Exchange) übernommen und kurz darauf zog er nach Hongkong, um dort die Geschäftstätigkeit von GameCliff zu leiten.

2007 Blumer gründete „The Accounts Network“, ein Unternehmen, das MMORPG-Avatare innerhalb von Computerspielen verkaufte und damit Einnahmen in Höhe von 1 Million US-Dollar erwirtschaftete.

Im Jahr 2010 gründete Blumer Okay.com, eine Plattform für die gemeinsame Nutzung von Unternehmensdaten für Immobilienmakler in Asien.

Sein nächstes Geschäftsprojekt, ii5, konzentrierte sich ebenfalls auf Immobilien. Das 2013 gegründete Startup widmete sich Immobilienanzeigen in Indien.

Im Jahr 2016 traf Brendan Blumer auf Daniel Larimer und im März 2017 gründeten sie zusammen Block.One.

1.2.2. ICO und Distribution

Da es sich bei EOS um ein Delegated Proof of Stake Consensus Modell handelt, ist eine möglichst ausgewogene Verteilung  aller Coins für die Dezentralität besonders wichtig.

Der Tokenverkauf begann am 26. Juni 2017 und fand auf der Ethereum Plattform statt. In den ersten fünf Tagen wurden 200 Mio. Token verteilt, und zwar anteilsmäßig auf die in diesem Zeitraum eingenommenen ETH Token. In dieser Runde wurden rund 652.000 Ether eingezahlt, also bekam man pro Ether rund 307 EOS-Token. Danach wurde für ein Jahr alle 23 Stunden eine Runde gestartet, bei der 2 Mio. Token anteilsmäßig auf die in der Zeit eingenommenen ETH Token verteilt wurden. 23 Stunden deshalb, weil man so im Laufe der Zeit weltweit verschiedene Tageszeiten für Beginn und Ende der Runden abdecken konnte.

Die ICO dauerte solange an bis alle 900 Mio. Token verteilt waren, also bis zum 4. Juni 2018. 100 Mio. Token behielt Block.One selbst ein. Diese Token sind für 10 Jahre gesperrt und dienen als Anreiz wertvolle Beiträge zum EOS Ökosystem zu leisten. Der EOS Token konnte bereits zum Beginn der ICO auf den vielen Börsen gehandelt werden.

Mit dem  Ziel alle EOS Token zu verkaufen, lies man den Markt über den Preis bestimmen. Es war stets ungewiss wie viele ETH Block.One so einnehmen würde. Am Ende wurde eine Rekordsumme von umgerechnet über 3,6 Mrd. Euro erzielt.

Als Folge der erfolgreichsten ICO aller Zeiten hat Block.One eine Anlagefirma für Risikokapital mit dem Namen „EOS VC“ eingerichtet, die eine Milliarde US-Dollar (895 Mio. Euro) zur Verfügung hat, um Projekte zu unterstützen, die Produkte auf EOSIO entwickeln.

Nach der ICO in Juni 2018 wurde dann das Main Net gestartet und die ETH Token migrierten auf die EOS-Blockchain. EOS Token auf der Ethereum Blockchain wurden eingefroren.

1.2.3. EOS VC

Nach der erfolgreichen ICO hat Block.one durch EOS VC circa 1 Milliarde US-Dollar bereitgestellt, welche durch verschiedene VC-Partner in Projekte im EOSIO Ökosystem investiert werden. Diese VC Partner sind strategisch in den USA, Europa und Asien verteilt. Die Vision von EOS VC-Partnerschaften ist es, die kompetentesten Berater zu versammeln, um bahnbrechende Blockchain basierte Produkte zu fördern und weltweit Unternehmen dieser jungen Industrie strategische Anweisungen zu geben.

In erster Linie zielt EOS VC darauf ab, eine nachhaltige Nutzung des EOSIO-Ökosystems zu erreichen, indem in ein konzentriertes und diversifiziertes Portfolio blockchain-orientierter Unternehmen investiert wird, die auf der EOSIO-Software aufbauen. Das Mandat der Partner ist es Projekte zu identifizieren, zu bewerten, Investitionen zu tätigen und Fonds zu verwalten.

Projekte in der Frühphase aber auch etablierte Unternehmen können sich über das EOS VC-Programm bewerben.

Projekte die von EOS VC Partnern schon Mittel erhalten haben kann man unter https://vc.eos.io/companies/  einsehen.

Nähere Informationen zu den EOS VC Partnern kann man hier finden: https://vc.eos.io/partners/

1.3. EOSIO Allgemein

1.3.1. Governance

Blockchain Governance ist ein Sammelbegriff für die Mechanismen der Entscheidungsfindung, mit denen sich dezentrale Blockchain basierte Netzwerke und deren Communities einigen und im Laufe der Zeit Änderungen wie Code Updates beschliessen.

Blockchain-Netzwerke, insbesondere öffentliche Blockchains, existieren als dezentrale Netzwerke, die eine Byzantine Fault Tolerance (BFT) aufrechterhalten müssen, um die Authentizität der Blockchain zu gewährleisten. Dies ist nicht nur an sich schwierig, sondern erfordert auch neuartige Formen der dezentralen Entscheidungsfindung, um langfristig die Nachhaltigkeit des gesamten Netzwerks zu gewährleisten und eine Balance zwischen menschlicher Intuition und Steuerung durch Algorithmen zu finden.

Governance von Blockchains ist eines der faszinierendsten und kompliziertesten Themen im Blockchain Space. Welche Blockchain-Netzwerke sich an neue Gegebenheiten anpassen können und vor allem wie sie sich anpassen, wird für die Gestaltung der Branche von entscheidender Bedeutung sein.

1.3.1.1. DPOS

Das öffentliche EOS Netzwerk oder EOS Main Net basiert auf dem DPOS Consensus Modell und unterscheidet sich dadurch von POW Blockchains wie Bitcoin oder Ethereum. Ein Token basiertes Wahl System dient der Entscheidungsfindung und Ratifizierung von Regelwerken oder Code Updates. Inhaber von EOS Token können über das Referendum über konkrete Fragen abstimmen und darüber hinaus Repräsentanten als Block Produzenten wählen.

Es gibt 2 wichtige Dokumente die als Regelwerk dienen. Zum einen das EOS User Agreement (EUA) und zum anderen der regproducer contract.

1.3.1.2. Block Produzenten

EOS ist eine Blockchain.

Block Produzenten (BPs) erstellen Blöcke, um die Kette vorwärts zu bewegen. Durch eine global strategische Einrichtung von Nodes zur Produktion von Blöcken, bilden sie die Infrastruktur, die für einen reibungslosen und schnellen Betrieb von EOS erforderlich ist.

Alle 0,5 Sekunden wird ein neuer Block erstellt, der mit allen Transaktionen gefüllt ist, die in im globalen EOS-Netzwerk getätigt wurden. Block Produzenten überprüfen, ob die Transaktionen für diesen Block korrekt sind.

Um sich für diese Position zu qualifizieren, müssen BPs das Vertrauen der Token Inhaber geniessen und die nötige technische Infrastruktur bereitstellen.

Token Inhaber drücken ihr Vertrauen aus, indem sie mit ihren EOS Token für Blockproduzenten stimmen, wodurch eine Rangliste erstellt wird. Die Top 21 in dieser Rangliste produzieren dann tatsächlich Blöcke und die unteren Ränge stehen als Stand-by Block Produzenten bereit, falls es bei den oberen 21 zu Problemen kommen sollte, wie zum Beispiel der Ausfall einer Node durch Naturereignisse.

Die Abstimmung zur Block Produzenten Wahl ist dynamisch und das Ranking kann sich alle 2 Minuten ändern, je nach dem wie EOS  Token Holder die mit ihren EOS Token verbundenen Stimmen delegieren.

Blockproduzenten erhalten für ihren Aufwand Voting Rewards prozentual zu den erhaltenen Stimmen, und Block Rewards falls sie Blöcke produziert haben.

Diese Belohnungen werden von der EOS-Inflation (1%) gezahlt, sodass Transaktionen auf der EOS Blockchain kostenlos sein können. Um Blöcke produzieren zu können, müssen BPs den Regproducer Vertrag unterzeichnen.

1.3.1.3. Token Holder (Inhaber)

Token Holder sind die Eigentümer von EOS Token, welche  Anteile und Nutzungsrechte an der EOS Blockchain repräsentieren. Ausserdem werden EOS Token, falls sie von ihren Besitzern gestaked werden, als Stimmen für die Block Producer Wahl benutzt werden.

1.3.1.4. Proxies

Proxies sind “Wahlmänner”. Ein Token Holder kann, anstatt seine Stimmen selbst zu vergeben, seine Stimmen an einen Proxy delegieren. Proxies zeichnen sich dadurch aus die Leistung und politische Einstellung von Block Producern zu begutachten und dementsprechend Stimmen zu verteilen. Diese Arbeit machen sie ehrenamtlich, und falls man als Token Holder nicht die Zeit oder das Wissen hat, eine Auswahl der besten Block Producer zu treffen, ist das Delegieren von Stimmen zu einem Proxy zu empfehlen.

Eine Auflistung und genauere Infos zu allen Proxies kann man auf https://www.alohaeos.com/vote/proxy finden.

Jeder EOS Token Holder kann durch das Aufrufen der Aktion „regproxy“ als Proxy registriert werden.

1.3.1.5. Die Intention von Code ist Gesetz

Blockchains die auf EOSIO basieren gelten als “governed” Blockchains. Im Gegensatz zu Bitcoin oder Ethereum die unter der Prämisse “Code is Law” arbeiten, gilt bei EOSIO “Intent of code is Law”, was bedeutet, dass die Intention eines Programmierers beim Erstellen eines Smart Contracts als Richtlinie gilt. Falls also der Programmierer einen Fehler gemacht hat und der Smart Contract nicht so funktioniert wie ursprünglich beabsichtigt, ist es legitim den Code zu ändern.

Die Intention des Programmierers kann in von Menschen lesbarer Sprache niedergeschrieben und dem Smart Contract beigefügt werden. Dies gilt als Ricardian Contract.

Diese Herangehensweise bezieht sich auch auf das Kern Protokoll der EOSIO Blockchain und erlaubt es der Community fehlerhaften oder nicht nach der eigentlichen Intention handelnden Code auszutauschen.

Bei fehlerhaftem Verhalten des Codes auf “Code is Law” Blockchains ist die einzige Option eine Fork.

EOSIO hat dem Abhilfe geschaffen. Wichtig ist jedoch das die Intention von jeglichem Code klar ausgedrückt wird und sich die Community per Referendum aktiv auf Richtlinien einigt.

Die erstellten Dokumente gelten als Governing Documents. Verschiedene EOSIO Blockchains haben unterschiedliche Anfertigungen dieser Dokumente mit verschiedenen Namen.

Wir haben diese Dokumente im Segment der jeweiligen EOSIO Blockchain detailliert erklärt.

1.3.2. Token Economics

Die Token in einem Blockchain Ökosystem und deren innewohnenden Funktionen und  Wechselwirkungen spielen eine wichtige Rolle in der Umsetzung des zugrundeliegenden Konzepts. Als Sammelbegriff für diesbezügliche Einzelheiten wird allgemein Token Economics verwendet. Man kann die Distribution des Token hier mit einbeziehen, Details zu der Distribution von EOS Token sind unter Punkt 1.2.2. “ICO und Distribution” erläutert.

1.3.2.1. Staking

Im Gegensatz zu anderen Smart Contract Plattformen erhebt EOS keine Gebühren für die Ausführung von Transaktionen, sondern bevorzugt ein auf Beteiligung basierendes Eigentumsmodell.

Als Gegenleistung für das Staken [:stäken] (=Anlegen) von EOS-Token können Nutzer und Entwickler auf die CPU- und NET-Ressourcen zugreifen, die zum Erstellen und Ausführen von dezentralen Anwendungen erforderlich sind.

Um die angelegten EOS wieder zu liquidieren, so daß man damit wieder Transaktionen signieren kann, muss man seine Token “unstaken”. In dieser “Unstaking-Periode“ sind die Token für 3 Tage gesperrt. Die EOS Token sind nach Ablauf der Frist sofort verwendbar und werden wieder im Guthaben des Kontos angezeigt.

Wichtig ist auch, dass das Staking ein Sicherheitsaspekt im EOS Netzwerk ist. Verschafft sich jemand unrechtmäßigen Zugang zum EOS Account, benötigt er weitere 3 Tage des Unstaking Prozesses, um die Token danach erst aus dem Konto transferieren zu können. In diesen 3 Tagen könnte man das Konto mit Unterstützung der Block Produzenten sperren lassen, wodurch ein Diebstahl verhindert werden kann. Im Notfall kann man hier um Hilfe bitten: Telegram @eos911>

Durch das Staken der Token erhält man Anteile am Netzwerk und damit verbunden auch Wahl-, bzw. Stimmrecht(=Voting) in Höhe der angelegten Token. Es ist essentiell für eine auf DPOS basierende Blockchain von diesem Stimmrecht zur Wahl der Blockproduzenten Gebrauch zu machen. Denn nur durch die qualitativ hochwertige ”Arbeitsleistung” der ernannten Blockproduzenten sichert man die Zuverlässigkeit, Instandhaltung und Entwicklung des Netzwerks.

Links:
https://medium.com/@topstaking/steps-and-how-to-stake-eos-e76811db994d 

1.3.2.2. CPU

CPU ist die in Mikrosekunden (µs = 1/1000 s) gemessene “Rechenleistung”, die im Netzwerk für einen Account bereitsteht. Die verbrauchte CPU wird 3 Tage nach Nutzung wieder freigegeben.

CPU wird benötigt um Transaktionen durchzuführen. Die Anzahl der täglich möglichen Transaktionen entspricht dem proportionalen Anteil aller zur CPU gestakten Token. Beispiel: Hat ein Account 1% aller zur CPU gestakten EOS zu sich gestaked so hat er täglich Anspruch auf 1 % aller Transaktionen des Netzwerks.

1.3.2.3. NET

NET ist die in Bytes gemessene “Netzwerkbandbreite”, die im Netzwerk für den Account bereitstehen. Das verbrauchte NET Volumen wird 3 Tage nach Nutzung wieder freigegeben.

NET oder die Netzwerk Bandbreite funktioniert in dieser Hinsicht ähnlich wie CPU. Die Bandbreite wird vorübergehend jedes Mal verwendet, wenn eine Transaktion oder Aktion im Netzwerk ausgeführt wird. Wenn man mehr EOS-Token für NET staked, kann man mehr Bandbreite nutzen.

1.3.2.4. RAM

In der traditionellen Terminologie der Informatik werden im RAM, vorübergehend, alle für den aktuellen Betrieb relevanten Daten gespeichert. RAM dient als Arbeitsspeicher eines Computers.

RAM wird auch zum Speichern von Daten auf einer auf EOSIO basierenden Blockchain verwendet. RAM ist der in kb gemessene “Datenspeicher”, der für einen Account im Netzwerk bereitsteht.

RAM wird zum Beispiel dafür benutzt Game Items, wie z.B. Ausrüstung, in einem EOS Account zu speichern

Im Gegensatz zu CPU/NET ist der RAM Speicher dauerhaft verbraucht/belegt, benötigt man mehr, muss man ihn durch Kauf von RAM erweitern oder benutzten RAM freizuschalten. 

1.3.2.5. REX

REX ist die Abkürzung für Resource Exchange, wobei mit Resource hier die Netzwerkressourcen CPU und NET gemeint sind. Diese werden z.B. von Entwicklern für die Funktionalität ihrer Anwendungen benötigt.

Umso aktiver ein Account oder ein Smart Contract im Netzwerk ist, desto mehr Ressourcen werden benötigt. Token-Inhaber, die nicht alle Ressourcen benötigen, können ihre EOS in den REX-Pool ausleihen und erhalten dafür REX-Token als Platzhalter. Entwickler können die benötigten Ressourcen gegen eine in EOS bezahlte Gebühr ausleihen, diese Einnahmen fließen dann in den REX Pool und Verleiher von EOS Ressourcen können dadurch eine Dividende erwirtschaften.

REX-Token werden nicht an Börsen gehandelt und können nicht von Konto zu Konto gesendet werden. Sie können nur für EOS an den REX-Pool zurückverkauft werden.

In den REX-Pool fliessen ausserdem die Einnahmen der EOS Domain Auktion und die RAM Handelsgebühren ein.Dadurch zahlt REX immer mehr EOS Token aus als man eingezahlt hat, man bekommt also Zinsen auf die verliehenen EOS Token. Sobald du REX-Token gekauft hast, brauchen diese 4 Tage um wieder eingetauscht werden zu können, das wird “matured” genannt. Falls du deine EOS länger in REX anlegen willst solltest du die “Move to Savings” Funktion benutzen, eine ähnliche Sicherheitsfunktion wie das Staking.

Um REX-Token kaufen zu können, muss man zuerst für mindestens 21 Block-Produzenten stimmen oder das Stimmrecht an einen Proxy delegieren.

Eine letzte Anmerkung: REX ist ein EOSIO-Systemvertrag und von daher sehr sicher.

1.3.3. Accounts

In einer EOSIO-Blockchain ist die Adresse für einen Benutzer ein Accountname und nicht der Public Key. Ein Account kann über “Key Pairs” aus Public Key und Private Key gesteuert werden. Standardmäßig ist ein Kontoname 12 Zeichen lang und muss aus den Kleinbuchstaben a bis z und den Zahlen 1 bis 5 bestehen. Bei dem EOS Name Service können auch kürzere Account Namen erstellt werden. Ein Account kann verschiedene Permissions (Berechtigungen) für verschiedene Aktionen haben, die im EOS-Netzwerk ausgeführt werden können. Diese Permissions werden über verschiedene “Key Pairs” gesteuert, oder es können auch bestimmte Berechtigungen an andere Konten delegiert werden. Grundsätzlich hat jeder Account ein Active Keypair (Public und Private Key) und ein Owner Keypair.

1.3.3.1. Owner und Active Key Pairs

In der Permissions Struktur eines EOS Accounts ist das “Active Keypair” dem “Owner Keypair” untergeordnet. Ein Keypair besteht jeweils aus einem Private Key und einem Public Key.
Mit dem Private Key des “Active Keypair” kann man alle Aktionen eines Accounts ausführen bzw. signieren, mit Ausnahme der Umstrukturierung der Permissions.
Ein “Owner Keypair” gilt als oberste Instanz innerhalb eines Accounts und hat somit absolute Autorität über die Account Permissions.
 
Man ist also als User gut beraten das “Active Keypair” für den täglichen Gebrauch zu nutzen und das “Owner Keypair” sicher offline aufzubewahren. So kann im Falle eines Hacks oder beim Verlust des “Active Keypairs” das “Owner Keypair” benutzt werden um einem neuen Keypair die Active Permission zuweisen, was das verlorene Keypair überschreiben und für Diebe unbrauchbar machen würde.

1.3.3.2. Permissions

EOSIO arbeitet mit einer Permissions Struktur innerhalb eines Accounts, eine neue Funktion unter den Blockchains, wodurch ein Benutzer verschiedenen Keypairs innerhalb eines Accounts Berechtigungen (Permissions) für spezifische Aktionen zuweisen kann.

Diese Zuweisungen können zum Beispiel verwendet werden, um die Sicherheit bei sensibleren Aktionen wie dem Token Transfer zu erhöhen oder eben weniger sensiblen Aktionen, wie z.B. dem Login bei einem On-Chain Game, ein eigenes Keypair zuzuweisen.

Die Gestaltung der Permission Struktur ist jedem Nutzer freigestellt. Bevor man jedoch anfängt die Permissions an einem wichtigen Account zu ändern, sollte man an einem Test Account etwas üben und experimentieren um folgenschwere Fehler zu vermeiden.

1.3.3.3. MSIG or Multi-Sig

MSIG ist eine Abkürzung für Multiple Signaturen.

In einer MSIG wird bestimmt, dass für die Ausführung einer Aktion von einem Account, die Signaturen von mehreren anderen Accounts erforderlich sind.

Dies kann zur Erhöhung der Sicherheit verwendet werden, da der Verlust eines einzelnen Schlüssels es einem “Bad Actor” nicht ermöglichen würde, die Autorität eines Kontos zu übernehmen. Es kann ausserdem dazu dienen Accounts oder Smart Contracts zu dezentralisieren, dadurch dass verschiedene Parteien einer Aktion zustimmen müssen um diese umzusetzen. Block Produzenten zum Beispiel können Änderungen an den EOSIO System Contracts nur durch eine 2/3 +1 Mehrheit  vornehmen. Dies wird durch eine MSIG geregelt bei der 15 der 21 aktiven Block Produzenten dieser Änderung zustimmen müssen, um sie in Kraft zu setzen.

Den verschiedenen Keys, die bei einer MSIG teilnehmen, können  unterschiedliche Gewichtungen zugeteilt werden.

Ein Beispiel:  Die MSIG eines Company Accounts braucht eine Zustimmung von 4 der 7 möglichen Stimmen um eine Transaktion zu tätigen. Die MSIG wird auf 4 Keys verteilt.

Der Key des Vorsitzenden erhält ein Gewicht von 3,  der seines Stellvertreters ein Gewicht von 2 und dann noch 2 Keys mit einem Gewicht von 1 für 2 Angestellte. Demnach können Angestellte nur mit Zustimmung von einem der Vorsitzenden handeln. Und keiner der Vorsitzenden kann eigenmächtig handeln.

1.4. EOSIO Blockchains

EOSIO wurde entwickelt um Blockchain Anwendungen sowohl vertikal (viele Transaktionen auf einer Chain) wie auch horizontal (viele parallele Blockchains die miteinander kommunizieren) zu skalieren.

Dadurch dass EOSIO als Open Source Protokoll zur Verfügung steht, steht es interessierten Entwicklern oder Communities offen ihre eigene EOSIO Blockchain zu entwickeln und diese durch IBC mit dem öffentlichen EOS Netzwerk zu verbinden. Diese Blockchains werden als EOS Sister-/Side-Chains bezeichnet.

Sie folgen einem eigenen Consensus Modell und treten nicht als Fork in Konkurrenz zum öffentlichen EOS Netzwerk. Seit der Veröffentlichung von EOSIO 1.0 im Juni 2018 wurden schon mehrere Side/Sister Chains ins Leben gerufen. Deren Spezifikationen werden in den Unterpunkten zu „1.4. EOS Blockchains“ erläutert.

1.4.1. Das öffentliche EOS Netzwerk oder EOS Mainnet

Basierend auf einem im Jahr 2017 veröffentlichten Whitepaper wurde die EOSIO Software von Block.one entwickelt und am 1. Juni 2018 wurde EOSIO 1.0 als Open-Source-Software veröffentlicht. Die EOS ERC-20 Token wurden eingefroren und anhand eines Snapshots wurden EOS Mainnet Token and die Investoren verteilt.

Block.One hatte damit die versprochene Leistung erbracht und es lag nun an der Community von EOS Token Holdern und den Block Produzenten das Netzwerk zu starten.

Im Vorfeld hatten sich aus der EOS Community verschiedene Gruppierungen als Block Produzent Kandidaten registriert und am 9. Juni 2018 wurde das öffentliche EOS Netzwerk erfolgreich in Betrieb genommen. 

Danach dauerte es noch eine knappe Woche bis 15% aller EOS gewählt hatten um alle Funktionen von EOSIO freizuschalten und die EOSIO Blockchain mit der Chain ID:

chain_id – aca376f206b8fc25a6ed44dbdc66547c36c6c33e3a119ffbeaef943642f0e906

als EOS Mainnet zu identifizieren.

1.4.1.1. EOS User Agreement (EUA)

Das EOS Mainnet wurde im Juni 2018 zusammen mit einer Übergangsverfassung (Interim Constitution) als Regelwerk gestartet.
 
Um ein Dokument zu erstellen, das die Wünsche der Token Inhaber repräsentiert, wurden von der EOS Alliance in den folgenden 6 Monaten wöchentliche Diskussionsrunden und offene Arbeitsgruppen organisiert, was in mehreren Regelwerk Vorschlägen resultierte.
 
Nachdem die EOS Token Holder per Referendum das von EOS New York vorgeschlagene EOS User Agreement favorisierten, wurde dieses von den Block Produzenten per 15/21 Mehrheit in Kraft gesetzt.
 

1.4.1.2. Regproducer Vertrag

Um sich im öffentlichen EOS Netzwerk oder EOS Mainnet als Block Produzenten Kandidat zu registrieren muss man zunächst den regproducer Vertrag signieren.

Dieser Vertrag kommt einer Absichtserklärung gleich, bestimmte Standards zur technischen Infrastruktur, Transparenz, Erreichbarkeit etc. einzuhalten.

RegProducer 

1.4.2. TELOS

EOS erklärt 4

Das Telos Projekt wurde von einem Zusammenschluss einiger früheren „EOS Blockproduzenten“ ins Leben gerufen, mit dem Ziel eine auf eos.io basierte Blockchain zu „launchen“, die jedoch in diversen Bereichen andere Lösungsansätze verfolgt bzw. Schwerpunkte setzt. Zum Beispiel im Bereich Governance oder Compliance. 

Telos wurde ohne ICO gestartet, woraus eine gewisse Unabhängigkeit resultiert. Dies führt dazu, dass Modifikationen und Innovationen einfacher zu implementieren sind. Zusätzlich wird die Dezentralisierung gestärkt.

Telos wurde mit dem EOS Genesis Snapshot „gelauncht“, jedoch wurde die Anzahl der Tokens pro Account auf 40.000 TLOS beschränkt um eine Zentralisierung der Voting Power zu verhindern.

Telos nutzt die gleiche Softwarebasis wie EOS und unterstützt somit auch alle Features und Funktionen.

Telos ist die erste EOS.IO basierte Blockchain mit einem funktionierenden Worker Proposal System. Telos nutzt das „Inverse Weighted“ Voting, wodurch das Gewicht der vergebenen Stimmen zunimmt je mehr Block Produzenten man wählt (max 30). 

Des Weiteren unterstützt Telos IPFS.

IPFS ist ein dezentralisierter Speicher, der es Nutzern und Entwicklern ermöglicht, direkt gesteuert über „Smart Contracts“ Dateien abzulegen.

Der Launch des Telos Mainnet war am 12. Dezember 2018.

1.4.2.1. Dokumente (Governing Documents)

Operating Agreement

Das vorrangige Governance Dokument ist das „Operating Agreement“. Das „Operating Agreement“ beinhaltet Regeln für alle Nutzer der Blockchain mit dem Ziel, eine sichere, stabile und verwaltbare Blockchain betreiben zu können. In diesem Dokument sind weitest gehend alle Prozesse & Abläufe beschrieben.

Arbitration Rules & Procedures

Detaillierte Beschreibung der Vorgehensweisen, welche im Streitfall zwischen einem oder mehrerer Nutzer oder Smart Contracts angewendet werden.

Arbitration Parameters Schedule

Aufstellung der Anwendungsfälle inklusive der Rahmenparameter. Aufgeführt ist hier unter anderem die anfallende Gebühr und die benötige Anzahl von Vermittlern.

Regproducer Contract

Inhalt dieses Dokuments sind die Verpflichtungen und Regeln für Blockproduzenten sowie entsprechende Sanktionen bei Nichteinhaltung

Block Producer Minimum Requirements

Um als Block Produzent im Telos Netzwerk aktiv sein zu können, müssen bestimmte Mindestanforderungen in Bezug auf die Infrastruktur oder die Veröffentlichungen von Informationen erfüllt werden. Dieses Dokument beinhaltet alle Spezifikationen für einen Block Produzenten.

1.4.2.2. Telos Foundation

Die Telos Foundation hat es sich als Unterstützer und Mittelgeber zur Aufgabe gemacht das Telos Netzwerk zu fördern und Netzwerkfunktionen zur Verfügung zu stellen, welche nicht durch Worker Proposals finanziert bzw. realisiert werden. Die Telos Foundation ist eine dezentrale, autonome Einheit die über „Smart Contracts“ mittels eines „Telos Foundation Voting Token (TFVT)“ über Finanzierungen bzw. die Vergabe von finanziellen Mitteln abstimmt. Der TFVT ist ein Token ohne Wert, er räumt dem Besitzer lediglich das Recht zur Abstimmung ein. Die Telos Foundation hat keine „Governance“ Funktion.

1.4.3. WAX

EOS erklärt 5

Die sicherste und bequemste Art, virtuelle Gegenstände zu erstellen, zu kaufen, zu verkaufen und zu handeln – für jeden, überall auf der Welt.

1.4.3.1. WAX Office of the Inspector General (OIG)

Die Bewertung und Auswahl von Blockproduzenten (genannt Guilds auf der WAX ​​Blockchain) ist von entscheidender Bedeutung für DPoS Blockchains.

WAX hat das Office of the Inspector General eingerichtet – eine neutrale Rolle, um die Beiträge der WAX-Guild Kandidaten zum Ökosystem zu bewerten, womit eine kontinuierliche Transparenz für die Community geschaffen werden soll.

Die Mission des OIG ist:

1) WAX Token Inhaber bei ihren Guild Abstimmungsentscheidungen zu unterstützen.

2) Sicherzustellen, dass alle WAX ​​Active Guilds, Standby Guilds und Guild Candidates objektiv und konsistent anhand einer Reihe relevanter Leistungskriterien bewertet werden.

Das OIG besteht aus 3 Mitgliedern, einem Vorsitzenden und zwei Vertretern und handelt gemeinsam, um die Aufgaben des Amtes zu erfüllen. Innerhalb der gesamten Amtszeit von 9 Monaten rotieren die 3 Mitglieder jeweils für die Dauer von 3 Monaten in den Vorsitz des OIG.

Die OIG wird in WAX Tokens ausbezahlt und aus dem WAX Worker Proposal Fund ausgezahlt.

1.4.4. BOSCore

BOSCore oder BOS steht für das Business Operating System und hat seit seinem Launch im Januar 2019 schon viele beeindruckende Beiträge, die für das gesamte EOSIO Ecosystem von Nutzen sind, geleistet.

BOSCore zielt darauf ab, Geschäfts Szenarien mit dezentraler Technologie neu zu gestalten und eine Plattform für dezentrale Anwendungen (dApps) für realistische Anwendungsfälle und existierenden Unternehmen bereitzustellen. 

BOSCore basiert auf einer Code Fork aus dem EOSIO GitHub-Repository und verfügt über alle Vorteile die auch EOS hat. Darüber hinaus wurden auf BOS  schon einige Verbesserungen vorgenommen, wie z.B. eine funktionierende Inter Blockchain Communication (IBC) und ein Worker Proposal System (WPS), das Fördergelder für Entwicklungen im gesamten EOSIO Ökosystem bereitstellt.

Die neueste Optimierung des Protokolls führte ein neues Consensus Modell  namens Batch PBFT ein. Dies erlaubt der BOS Blockchain Irreversibilität von Transaktionen nach schon 3 Sekunden zu erreichen. Diese Innovation wurde auch bekannt als 3 sec LIB (Last irreversible Block).

Zum Vergleich: EOS LIB liegt bei 3 Minuten und Bitcoin bei 1 Stunde. Mit einer so schnellen Methode finale Transaktionen zu generieren eignet sich BOS als Protokoll für alle Arten von Digital Payments und auch IOT Anwendungen.

1.4.5. Worbli

Die Worbli Chain nutzt das von Banken und Institutionen bekannte Authentifizierungsverfahren “Kenne deinen Kunden”(=KYC). Um einen Account auf Worbli  zu eröffnen muss sich ein Individuum durch Ausweisdokumente identifizieren. Dies ist eines der besonderen Alleinstellungsmerkmale von Worbli gegenüber dem EOS Mainnet.

Worbli kommt den Regulierungsbehörden entgegen und bietet Entwicklern und Anwendern die Option Blockchain-Anwendungen zu entwickeln, die eine eindeutige Identifikation nach klassischen Verfahren benötigen.

1.4.6. EuropeChain

Die EuropeChain wirbt damit, dass sie als erste Blockchain die DSGVO durchsetzen kann und “Trusted by EU” ist. Sie erfüllt somit alle EU Richtlinien, wie z.B. das bei Blockchains oft umstrittene Thema des “Recht auf Vergessen” der Daten im Internet.

1.5. Tools

Tools sind generell benutzerfreundliche Interfaces oder Schnittstellen die es einem Token Holder ermöglichen mit der Blockchain oder mit Token auf der Blockchain zu interagieren. Sie setzen  verschiedene Vorgänge auf der Blockchain um oder können benutzt werden um Aktivitäten auf der Blockchain zu überwachen. Es gibt einige Tools speziellerer Natur, wie zum Beispiel LiquidApps, die wir auch in dieser Kategorie auch behandeln.

1.5.1. Wallets

In der realen Welt enthält eine Wallet oder Brieftasche unser Geld, ID-Karten, eine Sozialversicherungskarte, einen Führerschein usw.

Bei EOS Wallets ist es ähnlich, tatsächlich enthält eine Wallet deine ID (Keys) und deinen Kontonamen. Während BTC- und ETH-Konten lange Zufallszahlen und Buchstaben haben, kannst du bei EOS deinen Kontonamen mit einer 12-stelligen Kombination von „a bis z und 1-5“ selbst auswählen. Durch die Auswahl deines eigenen Kontonamens wird es erheblich einfacher, sich die eigene Adresse und auch die Adressen Anderer zu merken. Wenn dir jemand EOS oder andere EOS Mainnet-Token senden möchte, benötigt man lediglich deinen Kontonamen.

Ein unterhaltsames Tool zum Generieren von Namen findest du unter https://names.eosmetal.io/

Eine Wallet enthält auch deinen Public und Private Key, der als ein Key Pair bezeichnet wird. Jedes EOS-Konto ist mit mindestens zwei Schlüsselpaaren verknüpft, einem „active“ und einem „owner“ Keypair. Dies stellt eine zusätzliche Sicherheitsfunktion dar. Wenn Ihr „active“ Key auf irgendeine Weise kompromittiert wird, kannst du ihn mit Hilfe deines „owner“ Key erneuern.

Lese mehr dazu in „1.3.3. Accounts“.

Die meisten Wallets verfügen ausserdem über Funktionen zum Staken, Voten , Kaufen / Verkaufen von RAM und zum Claimen von Air Grabs.

1.5.1.1. Scatter

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Scatter ist nicht einfach nur eine Wallet, sondern eine universelles User Interface über das man mit EOS.io Anwendungen und Smart Contracts interagieren kann.

Das Schweizer-Taschenmesser der Desktop Wallets.

In Scatter gespeicherte Keys gewähren schnellen und unkomplizierten Zugriff auf Blockchain Dienste und dies mit den entsprechend hohen Sicherheitsmerkmalen. Die bekannten Hardware Wallets unterstützt Scatter und vereinfacht jedem Nutzer wesentlich die einbindung der Hardware. Scatter ist Multi-Chain fähig und unterstützt die EOS.io Side-/Sisterchains in vollem Umfang. Darüber hinaus sind selbst Bitcoin und Ethereum-Adressen kein Problem für die Wallet. 

Besonders hervorzuheben ist auch, dass eine Bancor Exchange in Scatter integriert ist. Man kann Token in der Applikation direkt und super schnell wechseln. Und dies ist nicht nur zwischen EOS.io Chains, sondern auch von EOS zu USDT, Ethereum, Bitcoin, DAI, Tron und untereinander möglich. 

Man kann mit Scatter nicht nur jede Art von Transaktionen signieren, die durch Aktionen auf der Blockchain entstehen, sondern auch häufig wiederkehrende Transaktionen “whitelisten”. Das hat zur Folge, dass man häufig wiederkehrende Transaktionen nicht stetig signieren muss, eine Art “Vollmacht” für diese ganz bestimmte Transaktion.

Über den App Reiter findet man eine Vielzahl an Blockchain-Applikation mit kurzen Beschreibung auf die man sofort via Button zugreifen kann. Eine Vollständige Liste der Apps mit Scatter Integration findet man hier: https://get-scatter.com/Apps

Scatter verfügt natürlich auch über die grundlegenden Funktionen eines Wallets wie Konten verwalten, senden und empfangen von Token, neue EOS Konten oder Blockchain Adressen anlegen, Keys generieren, Ressourcen verwalten (RAM, CPU, NET). 

Web-Entwickler finden auf Github eine Javascript Library zum einfachen und schnellen import der Scatter-Anwendung in Ihre Applikation.

Der zweite Teil des Scatter-Systems ist der “Reputation und Identity Layer” (=RIDL).

RIDL ist ein EOS-basiertes System zur Berechnung der Reputation zwischen Benutzern und Blockchain-Anwendungen. Die beiden Haupttypen von Identitäten innerhalb des Systems sind Benutzer- und Anwendungsidentitäten. Benutzer können mehrere Identitäten haben, aber Anwendungen müssen mit ihrem Smart Contract verbunden sein.

Benutzer können ihre Identität mit der Scatter-App steuern.

Das Reputationssystem von RIDL ist ein einzigartiger Ansatz zur Lösung des Problems der Unterscheidung zwischen guten und schlechten Akteuren im Bereich der Kryptowährung.

Das erste wichtige Merkmal ist die Begrenzung der Anzahl der RIDL-Token, die eine Identität haben kann. Jede Identität kann nur über 100 RIDL-Token verfügen. Wenn sie dieses Limit erreicht haben, müssen sie andere Token anerkennen oder Token entfernen, um mehr Token und Reputation zu erhalten (Anwendungen können weiterhin Reputation erhalten, um Reputationssperren zu vermeiden). Wenn Sie die Anzahl der RIDL-Token begrenzen, die eine Identität besitzt, können Sie Spam und koordinierte Sybil-Angriffe auf Benutzer oder Anwendungen verhindern.

Das Ansehen wird auf der Grundlage eines logarithmischen Wachstums- / Zerfallsalgorithmus bestimmt, der angibt, welche Entitäten ein gutes oder schlechtes Ansehen haben. Reputation ist keine singuläre Verzerrung, sondern wird nach Kontext unterteilt.

Beispielsweise kann eine Anwendung aufgrund von Sicherheit, Kompetenz, Vertraulichkeit und Benutzererfahrung als seriös eingestuft werden, während Benutzer aufgrund von Etikette und Zahlungsfähigkeit als seriös eingestuft werden können.

Scatter wurde von den Brüdern Nathan und Rami James entwickelt und wird stetig verbessert.

Scatter kannst du hier kostenlos runterladen.

1.5.1.2. Wombat

Wombat ist die erste Wallet, die auf Benutzerfreundlichkeit optimiert ist. Kostenlose EOS
Accounts, das schnellste EOS Onboarding am Markt, automatisch skalierbare Ressourcen
sowie ein kuratierter DApp-Explorer, bieten Nutzern die einfachste Möglichkeit um
EOS-basierte DApps zu nutzen.

Durch die Vereinfachung von  komplexen Prozessen auf das für die Nutzer
Wesentliche, ermöglicht Wombat die Verwendung von DApps ohne vorherige Blockchain
Kenntnisse.

Mit diesem Ansatz verfolgt Wombat als erste Wallet überhaupt das Ziel, das EOS
Ökosystem dem Massenmarkt zugänglich zu machen.

Nutzer erhalten einen kostenfreien Account auf dem EOS Mainnet, sowie die zur
Verwendung von DApps benötigten Ressourcen CPU, NET und RAM. Wombat skaliert die
Ressourcen für die Nutzer automatisch, basierend auf der Auslastung der Blockchain.
Dadurch ist die Nutzung von DApps und der Zugriff auf digitale Werte jederzeit möglich.

Wombat unterstützt das Scatter Protokoll, und kann daher schon heute mit den meisten
DApps verwendet werden.

Die App wurde im Juni 2019 erstmals für Android veröffentlicht und wird von der in Berlin
ansässigen CHAINWISE Group entwickelt und betrieben. Eine iOS Version und ein
Browser-Plugin sind derzeit in Entwicklung.

Wombat für Android: Download PlayStore

Wombat Webseite: ​https://getwombat.io

1.5.1.3. Freewallet

Etwa 90% der Benutzer sichern ihre privaten Schlüssel nicht und vergessen mehr oder weniger die Paraphrasen. Freewallet wurde erstellt um Abhilfe zu schaffen, es ist eine der sichersten EOS Wallets. User der Freewallet können Ihr Konto einfrieren, wenn sie Ihr Gerät verlieren oder von von verschiedenen Geräten aus auf Ihr Konto zugreifen. Die Freewallet ist eine Multi-Coin-Wallet, die Ihre Crypto-Währungen sicher aufbewahrt. 2FA ist möglich. Freewallet unterstützt mobile Geräte sowie Web-Versionen und gilt als eine der besten EOS light mobile Wallets.

Die meisten der EOS Wallets bieten die Möglichkeit, die EOS Konten einfach zu importieren, da die Einrichtung eines EOS Kontos nicht überall kostenlos ist. Freewallet bietet ein kostenloses EOS-Konto mit einem Memo.

Der einzige Nachteil bei Freewallet ist, dass Freewallet ein Depotbank-Wallet-Service ist. So haben die Benutzer keinen Zugriff auf die private Keys der Wallets.

Klicke hier hier, um die kostenlose Wallet herunterzuladen.

1.5.2. Block Explorer oder Webwallets

Mit Scatter als Key Management Tool kann man auch die folgenden Block Explorer / Web Wallets benutzen, die eine Vielzahl von Funktionen, Monitoren und Tool Kits anbieten. Zum Beispiel kann hier auch einfach zwischen den verschiedenen EOSIO Blockchains hin und her schalten und Accounts auf diesen verwalten. Generell sind auf allen Web Wallets ähnliche Funktionen verfügbar und es kommt auf den Benutzer welches dieser Interfaces er/sie am praktischsten findet. 

Hier eine Auswahl gängiger Web Wallets und Block Explorer:

Bloks.io: https://bloks.io

EOS Authority: https://eosauthority.com/

EOSX: https://www.eosx.io/

EOSToolKit: https://eostoolkit.io/

1.5.3. Chintai

Chintai ist eine dezentrale Ressourcenbörse, die von den Blockproduzenten EOS42 mit Hilfe einer Gruppe von anderen Blockproduzenten, die als Sponsoren die Entwicklung des Projekts unterstützten. Mit Chintai kann ein Benutzer seine Ressourcen zu einem vereinbarten Zinssatz an einen Kreditnehmer, meistens ein Entwickler oder Betreiber einer dApp vermieten.

Die Plattform bietet auch einen Ressourcen Management Service an, der Accounts mit zusätzlicher CPU und NET versorgt.

Nach dem erfolgreichen Launch von Chintai 1.0 arbeitete das Team an der Erweiterung ihres Angebotes und gilt nun als “Lease Everything” Plattform und so sollen u.a. auf Chintai bald auch NFT Token zu mieten sein. 

Die Chintai Plattform unterhält einen eigenen Token namens CHEX.

Ein besonderer  Service von Chintai ist MYNT (My Native Token), ein Service der eine interessierten Parteien hilft in die Tokenized Economy einzutreten, durch Erschaffung eines massgeschneiderten Tokens und dessen Verteilung.

Weitere Pläne von Chintai ist ein regulierter DEX, der es Projekten erlaubt Securities auf Chintai anzubieten. 

Für dieses Unterfangen arbeitet das Chintai Team mit Worbli.

 Chintai.io

 

1.5.4. LiquidApps

LiquidApps entstand aus dem Motivation heraus, Entwickler von jeglichen Einschränkungen zu befreien, mit denen sie bei der Entwicklung skalierbarer dezentraler Anwendungen (dApps) konfrontiert sind. Zu diesem Zweck wurde das DAPP-Network eingeführt – ein neuartiger Service Layer, der sich aus Entwicklern, DAPP-Service-Providern (DSPs) und dApps als Dienstleistungs-Abnehmern zusammensetzt. Im DAPP Netzwerk werden eine Vielzahl von Diensten angeboten die Entwickler in Anspruch nehmen können. Folgend werden wir einige dieser Dienste näher erläutern. LiquidApps verfügt über einen eigenen Token namens DAPP. Dieser wird via Staking an DSP’s delegiert um so Dienstleistungen von ihnen beanspruchen zu können.

https://liquidapps.io/

1.5.4.1. vRAM

Das erste Produkt, das im DAPP-Netzwerk live geschaltet wurde, war vRAM, eine alternative Speicherlösung für EOS dApps, mit der die Kosten für die Speicherung von Daten, generiert durch Smart Contracts, drastisch gesenkt werden.

1.5.4.2. LiquidAccounts

Mit LiquidAccounts, einem kostenlosen Tool zur Erstellung von Benutzerkonten (Accounts), müssen Benutzer nicht mehr die Last des Ressourcenmanagements, der Sicherung von Key Pairs und der Erstellung von Accounts tragen. Auf diese Weise haben dApps die Möglichkeit, ein nahtloses User-Onboarding anzubieten.

1.5.4.3. LiquidLink

Mit LiquidLink können dApps ihre Assets, Aktionen und Anwendungen mit Bitcoin-, Ethereum-, EOSIO-und weiteren Blockchains verbinden. Die Zeiten, in denen man gezwungen war, sich als Entwickler für eine Seite zu entscheiden, sind vorbei.

1.5.4.4. ZEUS SDK

Ein Software Development Kit (SDK) bietet Software Entwicklern eine Reihe von Bibliotheken, Codebeispielen und Dokumentationen zum Erstellen von Anwendungen. Es werden jedoch nicht alle SDKs gleich erstellt. Zeus ist ein robustes Software Development Kit (SDK), mit dem Entwickler dezentrale Anwendungen erstellen und die LiquidApps-Produkte bei der Erstellung von dApps einfach integrieren können.

1.5.5. TokenYield

EOS erklärt 7

Es gibt einige EOSIO Projekte die an Investoren, die ihre Token staken, regelmässige Dividenden ausschütten.

TokenYield ist ein Service der sowohl eine Auswahl dieser Projekte bietet, als auch praktische Tools das eigene Portfolio zu erstellen und zu verwalten.

Neben dem Staking der Token von jeweiligen dApps, kann man auch Prämien durch das delegieren von Stimmen an einen Proxy verdienen. Auch dafür gibt es auf TokenYield eine transparente Aufstellung verschiedener Proxies, deren Ausschüttungs-Details und Informationen für welche BPs die Proxies wählen.

Um TokenYield zu benutzen musst du dich mit Scatter einloggen.

https://tokenyield.io/

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